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Copyright  L. Kruse

  Last update:   12.5.09

Sommertörn 2006

Die neu montierte Aries-Selbststeueranlage hat bei einem Törn über Himmelfahrt nach Kopenhagen ihren Test bestanden.

Im Stadthafen von Kopenhagen

Kristina an der “Kleinen Meerjungfrau”

Sommertörn 2006 nach Schottland

Vier Wochen waren eingeplant und so fuhren Vater und Tochter Anfang Juli von Neuhof aus los. Wir waren vollgepackt mit Lebensmitteln und wollten vor Ort nur frische Sachen kaufen.

Schwache Winde schoben uns nach Norden, in Richtung Kopenhagen.

Zusätzlich erschwerend gab es dann noch viel Nebel, sodass wir bei schlechter Sicht und wenig Geschwindigkeit unter der neuen Sundüberquerung  Kopenhagen - Malmö hindurchfahren mussten.

Über uns ratterten die Bahnen, während die Autos fast nicht zu hören waren.

Starthafen Neuhof

Abendlicher Regen und starke Böen veranlassten uns, auf Anholt zwei Nächte Pause zu machen. Wie zu erwarten, war der Hafen sehr voll. Der Strand direkt neben dem Hafen lud am nächsten Tag zum Baden ein und wir sammelten Strandgut.

Die ARIES steuert, Besatzung ist trocken

Die neue (alte) ARIES steuerte die Yacht sehr zuverlässig, wenn das Schiff und die ARIES einmal aufeinander eingetrimmt waren. Am Anfang hatte ich noch keine Erfahrung, sodass dieser Prozess dann etwas länger dauerte. Später ging es schneller.

Von Anholt bis Skagen sind es ca. 80 sm. Trotz Windwarnung (Starkwind aus Westen) liefen wir morgens früh aus und haben es nicht bereut. Die Westdrehung kam erst am späten Nachmittag, als wir schon in Sichtweite von Skagen waren.

Das linke Foto zeigt die Aussicht vom Skagen-Leuchtturm nach Norden... und natürlich waren wir auch dort (mit vielen, vielen anderen), um mit einem Fuß in der Nordsee und dem anderen in der Ostsee zu stehen.

Aussicht vom Skagen-Leuchtturm

Zu den Vorteilen von Skagen gehört u.a. auch der Internetanschluss im Hafenbüro. Wir beobachteten eifrig die Wetterlagen und die Prognose des dwd.de und metcheck.com.

Nach zwei Übernachtungen machten wir uns auf den Sprung über die Nordsee. Vor uns lagen ca. 470 sm bis Fraserburgh an der Nordostecke Schottlands.

Die ersten zwei Tagen verliefen eher stürmisch. Wir kreuzten nur unter Fock gegen NW-W 6-7 Bft. an.

Zwei Tagen anbolzen gegen West 6 Bft.

Aber dann lies der Wind nach und wir konnten die Überfahrt genießen. Die obligatorischen Bohrinseln kamen dabei selten in den Weg, denn sie sind gut zu erkennen und zu umfahren. Eine Tagesreise von Schottland entfernt  sahen wir sogar insgesamt 8 Plattformen um uns herum - so fühlt sich der Segler nicht einsam.

Ölplattform auf der Nordsee

Wir brauchten 4 Tage bis Fraserburgh, dabei eingeschlos-     sen sind 24 Std. mit völliger Flaute. Wir sahen einen Wal, der einen Kreis um uns schwomm (leider kein Foto!) und putzten unser Schiff, damit wir sauber in Schottland einlaufen.

Fraserburgh/Aberdeenshire - Hafen

Fraserburgh ist ein netter kleiner Ort mit Busverbindung nach Aberdeen u.a. Eine Eisenbahn gibt es schon lange nicht mehr. Der Ort ist für uns Segler vorteilhaft: 200 m vom Hafen ist eine Strassentankstelle (Diesel im eigenen Kanister transportieren) oder 300 m vom Hafen ist eine sehr gute Laundry /Wäscherei. Duschen am Hafen gibt es nicht, aber ein Schwimmbad im Ort.

Das Foto zeigt die Hauptstrasse. Im flacheren Gebäude hinten rechts ist ein Supermarkt.

Die freundliche Touristen-Information findet ihr an der rechten Seite unmittelbar hinter dem Eckhaus mit dem Turm.

Kinnaird Head Lighthouse mit Museum

Rein-Schiff vor Fraserburgh

Reichlich stolz liefen wir nachts in Fraserburgh ein. Es handelt sich um einen Fischereihafen mit Platz für Yachten. Der Hafenmeister (VHF CH 12) weist einen Liegeplatz zu. Strom gibt es nicht, aber im Nachbarbecken hängt ein Schlauch mit Trinkwasser. Die Gebühren betragen 20 Pounds für 5 Tage und sind somit sehr günstig. Wenn man Glück hat, erwischt man einen Platz an einer Leiter. Der Tidenhub beträgt ca. 2 m.

Empfehlenswert: Chinesisches Restaurant

Nicht empfehlenswert: Fish and Chips...zu fettig !

Hauptstrasse

Zum Hafen sind es - rechts- etwa 200 m. Der Ort ist übersichtlich.

Oberhalb der Stadt liegt ein Leuchtturm-Museum und das abgebildete Kinnaird Head Lighthouse.

Info’s unter:

www.lighthouseandmuseum.co.uk

www.visitfraserburgh.com

Und dann begann das eigentliche Abenteuer. Wir näherten uns dem absoluten Höhepunkt dieser Reise! In Fraserburgh waren wir mit einem Freund der Familie verabredet und segelten gemeinsam nach....

FAIR ISLE

Hab’ ich ihn doch noch erwischt...

Diese 120 sm waren voller Abenteuer und neuer Erfahrungen. Delphine spielten um unsere Yacht, Nebel mit Sichtweiten von 30 m machten das Segeln ...spannend.

Über UKW gab ich jede Stunde unsere Position und Kurs durch, aber niemand hat sich dafür interessiert, was ja auch beruhigend ist. Ohne Radar im Nebel...mit 6 kn....

Leider stand auch hier der Wind nicht durch, sodass wir dann noch zu guter Letzt etwas motoren mussten.

Für mich als Ostseesegler waren die Tidenströmungen beeindruckenmd.

Die Einfahrt in den Hafen ist nicht schwierig.

FAIR ISLE

NORTH HAVEN

ABRAXAS , ganz rechts an der Mole.

Nicht nur Wilfried Erdmann war im Rahmen seiner “Nordseeblicke”-Reise hier, viele Segler machen hier fest. Während unserer 4 Tage, die wir auf Fair waren, sahen wir einige Yachten aus Deutschland, Norwegen und den Niederlanden. Im Gegensatz zu Foula gibt es hier einen richtigen Hafen. Er ist gut geschützt durch die Steinmole, die links im Bild zu sehen ist. Der Tidenhub beträgt nur 70 cm; Wasser gibt es aus einem Schlauch rechts von dem Slip, auf dem die Fähre “GOOD SHEPHARD IV” liegt.

Der Strand lädt nicht zum Baden ein; das Wasser hat 14 °C....brrr

Mit einigen Bildern möchte ich Fair Isle zeigen Vielleicht erschließt sich euch die Faszination dieser kleinen fast baumlosen Insel im Grenzbereich Nordsee / Nordatlantik.

Fair Isle hat derzeit 65 Einwohner; zwei Familien mit insgesamt 10 Mitgliedern sollten demnächst zuziehen. Es gibt eine kleine Schule mit 12 Kindern. In ca. 1 Stunde Fußweg ist das südliche Ende der Insel erreicht. Es gibt praktisch nur 1 Straße, verlaufen ist unmöglich.

Die Insel wird im Wesentlichen von Schafen bevölkert. Wir kamen zur Schur, alle Schafe wurden zusammengetrieben, was ihnen gar nicht behagte.

Ein paar Kühe und Pferde haben wir auch gesehen...und eine Katze.

Aber viel spannender sind die anderen Tiere! Fair Isle ist weltbekannt durch die Ornithologische Station, weil es hier so viele Seevögel gibt, die die Klippen bevölkern und durch die Zugvögel.

Eins läßt sich streicheln

Puffins, wohin man blickt

Die Küste ist rundherum atemberaubend schön.

Der südliche Leuchtturm

Abschied von Fair Isle

Stellvertretend möchten wir hier die Puffins oder Papageientaucher zeigen. Sie haben keine Angst vor den Menschen und ließen sich bereitwillig aus 1 m Abstand fotografieren.

Die wilde Steilküste ist beeindruckend

Der nördliche Leuchtturm

Die Rückreise traten wir bei leichten südlichen Winden an. Sehnsüchtig blickten wir auf Fair Isle zurück. Am Samstag waren wir bei einem Tanzabend im örtlichen Gemeindehaus. Die örtliche Musikgruppe spielte traditionelle  Lieder und Tänze. Am Ende wurde auch die Gäste mit einbezogen.

Die Rückreise dauerte dann sehr lange. Bis Skagen brauchten wir bei größtenteils unbeständigen Winden 6 Tage. Dabei fing alles gut an. Bei SE-Wind konnten wir relativ schnell bis zur norwegischen Küste segeln, aber leider zu weit nördlich, bis Stavanger. Im Skagerak wehte es dann stärker; je näher wir Skagen kamen, umso flauer wurde der Wind.

Nachts segelten wir an Anholt vorbei in Richtung Kopenhagen. Hier machten wir für eine Nacht fest. Über Hiddensee segelten wir dann zurück. Das Foto zeigt ABRAXAS schon fast “zu Hause”, in Stralsund.

Nach 4 Wochen und 1950 sm sind Vater und Tochter glücklich und erfolgreich zurück im Heimathafen Neuhof.

Fazit:

Wir haben viel Neues erlebt und gesehen. Die Reise konnte so durchgeführt werden wie im Winter geplant. Schäden am Boot sind nicht zu melden . Unsere Westerly 33 Discus “ABRAXAS” und die ARIES haben sich bewährt.

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...der nächste Sommer kommt bestimmt...

Vater und Tochter nach 1950 sm !