Segeltörn 1:

Sommer 2006: Schottland / Fair Isle

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2006-03

Die bisher längste Reise begann in Neuhof. Das ist ein netter Hafen östlich von Stralsund im Greifswalder Bodden.

Wir, das heisst meine damals 13jährige Tochter Kristina und ich, Vater und Skipper. Das Boot war vollgepackt mit Lebensmitteln, Seekarten und allem, was man so braucht. Schließlich haben wir geplant, 4 Wochen unterwegs zu sein.

Bei flauen Winden verließen wir die heimatlichen Gewässer auf dem Weg nach Norden - Kopenhagen ruft.

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Ein paar Wochen vorher waren wir mit einem Freund schon einmal hier. Wir testeten die ARIES-Windselbststeueranlage - mit Erfolg.

Damals waren wir bei Starkwind aus West drei Tage unterwegs: Ein Tag hin, ein Tag dort und ein Tag zurück. Davon können wir heute nur träumen.

An dieser schönen Stadt sind wir dann vorbeigesegelt. Langsam führte uns der Weg durch die Öresund-Brücke nach Norden.

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Kristina genießt die ruhige Fahrt auf dem Meer. Dem Vater geht es zu langsam voran - schließlich wollen wir nach Schottland!

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Langsam und bedächtig segeln wir durch die Öresund-Brücke hindurch - immer in gutem Abstand zur Berufsschifffahrt.

Über uns rattern die Eisenbahnen - von den Autos hören wir nichts.

An der dänischen Seite des Sundes suchen wir uns einen Ankerplatz und schlafen nach durchsegelter Nacht aus.

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Glücklicherweise ändert sich das Wetter und bei gutem Wind und (leider) Regen segeln wir bis Anholt.

Was gibt es über Anholt zu sagen? Ein netter Hafen, viele nette Segler, die Stimmung im Hafen ist toll. Wir liegen pflichtgemäß vor Heckanker im Päckchen. Von der Insel selbst sehen wir nur den Strand beidseitig des Hafens. Dort sammeln wir Strandgut.

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Nach zwei Nächten geht es morgens um 6:00 Uhr wieder los. Wir starten bei frischen SW-Wind, der im Laufe des Tages zunehmen und auf W drehen soll. Da wir fast genau nach Norden wollen, passt alles wunderbar.

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Am späten Nachmittag laufen wir dort ein und finden natürlich keinen freien Platz - Skagen ist überlaufen, besonders im Sommer. Einen Wetterbericht erhalten wir über die Online-Verbindung im Hafenbüro.

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Wir liegen hier sehr geschützt, aber auf See herrschen 7 Bft. aus W - kein Wind, bei dem wir uns heute auf den Weg nach Westen machen. Fraserburgh an der Nord-Ostküste von Schottland ist unser Ziel, 400 sm über die Nordsee.

Wir unternehmen ja eine Urlaubsreise - also nutzen wir den Starkwind als Hafentage, denn so weit weg von zu Hause in nördlicher Richtung waren wir noch nie. Was gibt es in Skagen zu bestaunen? Natürlich die Nordspitze, an der man mit dem einen Bein in der Nordsee, mit dem anderen in der Ostsee steht.....

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Vorbei gehen wir am Leuchtturm, der auf so manchem Kalenderblatt abgebildet ist. Natürlich, wenn wir schon einmal hier sind, gehen wir auch hinauf!

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Die Aussicht ist bei gutem Wetter sehr empfehlenswert!

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Dennoch gelang es uns, ein Foto ohne andere zu machen!

Auf den Fotos sieht man’s: Der Wetterbericht behielt recht! Zwei Tage Starkwind aus W, dort, wo unser Ziel liegt.

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Wie nicht anders zu erwarten, waren wir nicht die einzigen, die diese besondere Stelle einmal testen wollten....

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Am dritten Tag war endlich Wetterbesserung in Sicht! Aus 7 Bft. wurden 6 Bft., mit der Aussicht auf weiteres Abflauen. Da es ja weit bis Fraserburgh ist, kam es uns auf eine Stunde nicht an. Nach dem Frühstück legten wir ab. Nur unter Fock stampften wir 24 Std. gegen die aufgewühlte Nordsee an. Die Aries hielt uns auf Kurs. Niemand folgte uns, wie seltsam...

Und dann kam, was angekündigt war, allerdings heftiger als erwartet: Flaute!

24 Std. dümpeln wir auf der glatten Nordsee herum, kein Schiff weit und breit. Wahrscheinlich geht der Haupt-Schiffsverkehr nicht direkt nach Westen, sondern nach SW zum Kanal. Ein Schiff “überholt” uns, ansonsten sehen wir nur einige Bohrinseln.

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Glücklicherweise hielt die Flaute nicht ewig. Langsam näherten wir uns der schottischen Küste. Währenddessen hörten wir im VHF die Engländer, die Schweden und die Holländer. Man fühlt sich nie allein!

Zur Vorbereitung auf das nahende Festland begannen wir mit “Rein Schiff” - so gab es wenigstens etwas Sinnvolles zu tun, außer Essen, Abwaschen und Wache gehen.

Die letzten Seemeilen tuckerten wir dann noch unter Motor, denn wir wollten gegen Mitternacht einlaufen und brauchten eine Mütze voll Schlaf. Wir erwischten einen Liegeplatz mit Leiter...bei 2m Tidenhub sehr nützlich! Stolz über die geglückte Überfahrt legten wir an.

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Fraserburgh ist kein Yachthafen! Alles ist für Fischer und deren Schiffe ausgelegt. Die Reling darf nicht unter die Autoreifen geraten! Wir als Ostseesegler sind ja Tidengewässer nicht gewöhnt.

Unsere Erfahrung mit Fraserburgh: Nette Leute, billig (20 Pounds für 5 Nächte), Trinkwasser am Schlauch im Nachbarbecken, Müllentsorgung im Hafenbüro - sonst nichts! Wir waren im Schwimmbad, um zu duschen und für die schmutzige Wäsche gibt es eine Wäscherei nahe des Hafens (in Fraserburgh ist fast alles nahe am Hafen!). In der Main Street gibt es einen Supermarkt und die Touristeninfo.

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Hier dreht sich alles um den Fisch.

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Sehr zu empfehlen ist das Lighthouse-Museum am Rande des Ortes.

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Von Fraserburgh bis zu unserem eigentlichen Ziel, Fair Isle, sind es noch einmal 129 sm. Diese legten wir in 24 Std. zurück. Dicker Nebel und Delphine begleiteten uns.

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Im dicksten Nebel gab ich mehrere Male unsere Position und den Kurs durch, aber außer der Coast Guard hat sich niemand dafür interessiert.

Als wir dann den Nebel hinter uns gelassen hatten, strahlte die Sonne auf uns herab und wir konnten sogar den Blister setzen.

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Wir erreichen FAIR ISLE !

Die Einfahrt in den “Nord-Hafen” ist mit Seekarte und Vorsicht kein Problem - immer schön in der Mitte bleiben und die angegebene Peilung nicht verlassen

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Die Mole ist übersichtlich, d.h. nur für wenige Yachten vorgesehen. Der Tidenhub beträgt ca. 70 cm und lässt sich gut mit längeren Festmachern ausgleichen. Links am Kai liegt die “Good Shephard IV”, das Versorgungsschiff zu den Shetland Inseln.

Außer Trinkwasser gibt es hier keine Versorgung. Dafür ist das Festmachen kostenfrei. Die Insel selbst kann ich wärmstens empfehlen. Nette Leute, einen kleinen Laden für die Notversorgung und viel Natur.

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Die Küsten sind schroff und gefährlich!

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In den feuchten Niederungen wächst Wollgras.

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Wanderung zum nördlichen Leuchtturm

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Puffins wohin man blickt - jedenfalls auf dem Puffinfelsen oberhalb des Hafens.

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Die Rückfahrt ist schnell erzählt:

Mit flauen Winden überquerten wir wieder die Nordsee. Die Fahrt bis Skagen hat nun leider 6 Tage gedauert. Die Küste Norwegens sahen wir viel zu lange - aber wo kein Wind wehte, kamen wir nicht vorwärts und genossen die Tage ohne Landsicht. Über Skagen segelten wir zurück nach Kopenhagen und damit in bekannte Gewässer.

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In Deutschland angekommen, war Kloster / Hiddensee unser erstes Ziel. Abends gönnten wir uns zuerst ein deftiges Abendbrot im “Hittim” direkt am Hafen.

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Nach 4 Wochen und fast 2000 sm im Logbuch sind wir wieder stolz und gesund in Neuhof eingetroffen. Unsere Yacht “Abraxas” vom Typ Westerly 33 Discus in Kombination mit der Aries haben sich sehr gut bewährt.

Empfehlungen:

Link zum Aries-Hersteller:http://www.selfsteer.dk/  

Link zum Leuchtturm-Museum in Schottland:

http://www.lighthousemuseum.org.uk/

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